Dritter Versorgungsbericht:
I. Beamtinnen und Beamte, Richterinnen und Richter sowie Berufssoldatinnen und Berufssoldaten
2.1.1. Entwicklung der Zahl der Versorgungsempfänger

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Dritter Versorgungsbericht:
A. Versorgungsleistungen von 1970 bis 2050


2.1.1. Entwicklung der Zahl der Versorgungsempfänger

Siehe auch Anhang, Tabellen A I 4 und A I 6

Zahlenmäßige Entwicklung der Versorgungsempfänger vom 1. Januar 1970 bis zum 1. Januar 2003

Die Zahl der Versorgungsempfänger setzt sich aus Beamtinnen und Beamten sowie Richterinnen und Richtern im Ruhestand (Ruhegehaltsempfänger) und deren Hinterbliebenen (Witwen/Witwer und Waisen) zusammen.
Zu Beginn des Jahres 2003 erhielten 744 000 Versorgungsempfänger der Gebietskörperschaften Leistungen aus dem System der Beamtenversorgung. Gegenüber dem Vorjahr waren dies rund 13 000 oder 1,7 % mehr. Im Vorjahr betrug die Zuwachsrate 2,7 %, im Durchschnitt der letzten 10 Jahre waren es 1,8 %. Die wichtigste Ursache für die Schwankungen der Zugänge an Versorgungsempfängern ist die im Zusammenhang mit der Einführung von Versorgungsabschlägen zunächst gestiegene und dann wieder gesunkene Zahl der Ruhestandseintritte wegen Dienstunfähigkeit. Im Jahr 2002 wurden 10 100 Beamtinnen und Beamte, Richterinnen und Richter wegen Dienstunfähigkeit in den Ruhestand versetzt. Ein Jahr zuvor waren es noch 14 900 und im Jahr 2000 sogar 20 300 (siehe Unterabschnitt 2.1.3).

Von 1970 bis 2003 hat sich die Zahl der Versorgungsempfänger der Gebietskörperschaften von 506 500 um 237 700 auf 744 200 (siehe Übersicht A I 11) erhöht. Dies entspricht einer Zuwachsrate von 46,9 %. In den letzten vier Jahren, von 1999 bis 2003, hat sich die Zahl der Versorgungsempfänger um 69 800 erhöht (10,3 %). Die Zahl der Versorgungsempfänger ist sehr unterschiedlich auf Bund, Länder und Gemeinden verteilt. Dies liegt im Wesentlichen an der Aufgabenstruktur des aktiven Personals (siehe Unterabschnitt 2.1.2). Die Länder beschäftigen vor allem in den personalintensiven Bereichen der inneren Sicherheit und im Bildungswesen ihr Personal überwiegend in einem öffentlich-rechtlichen Dienstverhältnis. Daher haben sie auch den größten Teil der Leistungsberechtigten zu versorgen. Zu Beginn des Jahres 2003 entfielen rund 76 % der Versorgungsempfänger auf die Länder, rund 10 % auf den Bund und 14 % auf die Gemeinden.

Übersicht A I 11:
Entwicklung der Zahl der Versorgungsempfänger vom 1. Januar 1970 bis zum 1. Januar 2003
- Gebietskörperschaften im früheren Bundesgebiet -

(Tabelle Seite 102)

Betrachtet man die Entwicklung der Versorgungsempfänger seit 1970, so ist beim Bund und den Ländern ein stetiger Anstieg der Zahl der Versorgungsempfänger zu verzeichnen (siehe Abb. A I 1 und A I 2). Die stärksten Zunahmen fielen auf den Zeitraum 1995 bis 2003 mit rund 108 000 Personen, davon 96 400 bei den Ländern und 11 600 beim Bund. Bei den Gemeinden ging die Zahl der Versorgungsempfänger zwischen 1970 und 1975 um fast 8 000 zurück. Zwischen 1975 und 2000 blieben sie relativ konstant und erhöhten sich in 2001 und 2002 leicht. 2003 wurde der Stand von 2001 wieder erreicht.

(Grafik Seite 102)

(Grafik Seite 103)

Die Übersicht A I 12 zeigt die Aufteilung der Versorgungsempfänger nach Versorgungsarten (Ruhegehalt, Witwen-, Witwer- und Waisengeld) in den Jahren 1970, 1994, 2000 und 2003. Danach verteilte sich der Anstieg der Zahl der Versorgungsempfänger auf die einzelnen Versorgungsarten unterschiedlich.

Der Anstieg der Zahl der Versorgungsempfänger ist beinahe ausschließlich auf die zunehmende Zahl der Ruhegehaltsempfänger zurückzuführen. Während die Zahl zwischen 1970 und 2003 um 231 000 auf 505 000 (+ 84,5 %) stieg, blieb die Zahl der Hinterbliebenen annähernd konstant (+ 6 000 oder + 2,6 %). Seit Januar 1994 – dem Jahr, dem die Zahlen des Ersten Versorgungsberichtes zugrunde lagen – ist die Zahl der Hinterbliebenen, insbesondere der Witwen/Witwer sogar rückläufig (siehe Übersicht A I 12).

Innerhalb der Versorgungsarten ist der Anteil der Geschlechter bei Bund, Länder und Gemeinde unterschiedlich.
Der Anteil von Ruhegehaltsempfängerinnen ist beim Bund mit rund 3 % und den Gemeinden mit rund 10 % noch niedrig. Bei den Ländern beträgt er hingegen bereits rund 29 %.

Übersicht A I 12:
Zahl der Versorgungsempfänger am 1. Januar 1970, 19941, 20002 und 2003 nach Versorgungsart
- Gebietskörperschaften im früheren Bundesgebiet -

(Tabelle Seite 104)

Entsprechend ist der Anteil der Witwer an den Beziehern von Witwen- und Witwergeld sehr gering. Beim Bund liegt er bei 0,8 %, bei den Gemeinden bei 1,4 % und bei den Ländern beträgt er 4,2 %. Ursache für diese niedrigen Quoten ist vor allem der hohe Anteil, männlicher Ruhegehaltsempfänger. Auch ist die höhere Lebenserwartung von Frauen dafür ursächlich (siehe Übersicht A I 13).

Übersicht A I 13:
Zahl der Versorgungsempfänger am 1. Januar 2003 nach Beschäftigungsbereichen, Versorgungsart und Geschlecht
- Gebietskörperschaften im früheren Bundesgebiet –

(Tabelle Seite 104)

1 siehe auch Erster Versorgungsbericht der Bundesregierung
2 siehe auch Zweiter Versorgungsbericht der Bundesregierung

Die Übersicht über die Verteilung der Versorgungsempfänger der einzelnen Beschäftigungsbereiche nach Laufbahngruppen in den Jahren 1994, 2000 und 2003 macht die Veränderung in der Laufbahnverteilung dieser Jahre deutlich (siehe Übersicht A I 14).

Seit 1994 ist die Zahl der Versorgungsempfänger in den Laufbahngruppen des höheren und gehobenen Dienstes am stärksten gestiegen. Der Zuwachs beträgt im höheren Dienst rund 27 % und im gehobenen Dienst 24 %, im mittleren Dienst lediglich rund 6 %. Während bis 2000 ein Anstieg zu verzeichnen war, hat sich die Zahl der Versorgungsempfänger im mittleren Dienst bis zum 1. Januar 2003 um rund 2 % verringert. Im einfachen Dienst ist die Zahl der Versorgungsempfänger seit 1994 bereits um rund 4 % zurückgegangen. Diese Entwicklung spiegelt sich auch bei der Höhe der durchschnittlichen monatlichen Versorgungsbezüge wider (siehe Unterabschnitt 2.2.1).

Übersicht A I 14:
Zahl der Versorgungsempfänger am 1. Januar 19943, 20004 und 2003 nach Beschäftigungsbereichen und Laufbahngruppen
- Gebietskörperschaften im früheren Bundesgebiet –

(Tabelle Seite 105)

Aus der Übersicht A I 15 ist ersichtlich, dass der prozentuale Anteil der Besoldungsgruppen des höheren und gehobenen Dienstes bei den Ruhegehaltempfängern deutlich höher liegt als bei den Hinterbliebenen, während die Anteile des mittleren und einfachen Dienstes bei den Ruhegehaltempfängern wesentlich niedriger sind. Da die aktive Dienstzeit, aus der sich die Ruhegehälter errechnen, bei Hinterbliebenen im Durchschnitt länger zurückliegt als bei Ruhegehaltempfängern, spiegelt dies frühere Veränderungen in der Laufbahnstruktur wider. So hat der Anteil des höheren und gehobenen Dienstes zu Lasten der niedrigeren Laufbahngruppen zugenommen. Insoweit wird damit auch die Entwicklung der Anforderungen an den öffentlichen Dienst deutlich. Insbesondere im Schuldienst hat die
Anzahl der Beamtinnen und Beamten auf Grund der Bildungsanforderungen zugenommen. Da hier die Beamtinnen und Beamten ausschließlich dem gehobenen und höheren Dienst angehören, spiegelt sich dies in der Laufbahnstruktur wider (siehe Unterabschnitt 2.2.3.). Während früher noch zahlreiche Aufgaben im öffentlichen Dienst vom mittleren und einfachen Dienst wahrgenommen werden konnten, erfordern die zunehmenden höherwertigen Tätigkeiten eine höhere Bildung. Auch wurden geringerwertige Tätigkeiten auf Arbeitnehmer übertragen oder ausgelagert.

3 siehe auch Erster Versorgungsbericht der Bundesregierung
4 siehe auch Zweiter Versorgungsbericht der Bundesregierung

Übersicht A I 15:
Prozentualer Anteil der Laufbahngruppen bei den Ruhegehaltsempfängern und Hinterbliebenen am 1. Januar 2003
- Gebietskörperschaften im früheren Bundesgebiet -

(Tabelle Seite 106)

Die Verteilung der Versorgungsempfänger auf die einzelnen Besoldungsgruppen ist der Übersicht A I 16.1 bis A I 16.3 zu entnehmen.

Übersicht A I 16.1:
Verteilung der Versorgungsempfänger auf die einzelnen Besoldungsgruppen am 1. Januar 2003
- höherer Dienst -
- Gebietskörperschaften im früheren Bundesgebiet -

(Tabelle Seite 106)

Übersicht A I 16.2:
Verteilung der Versorgungsempfänger auf die einzelnen Besoldungsgruppen am 1. Januar 2003
- gehobener Dienst -
- Gebietskörperschaften im früheren Bundesgebiet -

(Tabelle Seite 107)

Übersicht A I 16.3:
Verteilung der Versorgungsempfänger auf die einzelnen Besoldungsgruppen am 1. Januar 2003
- mittlerer/ einfacher Dienst -
- Gebietskörperschaften im früheren Bundesgebiet -

(Tabelle Seite 107)

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