Dritter Versorgungsbericht::
I. Die Entwicklung der Versorgungsausgaben von 1970 bis 2002:
3. Entwicklung und Altersstruktur des Aktivpersonals

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Dritter Versorgungsbericht:
Das Wichtigste in Kürze


3. Entwicklung und Altersstruktur des Aktivpersonals

Die Entwicklung der Zahl der Versorgungsempfänger hängt vor allem vom früheren Personaleinstellungsverhalten der öffentlichen Arbeitgeber und damit von der Entwicklung und der Altersstruktur des Aktivpersonals ab. Von 1960 bis 2002 hat sich die Gesamtzahl der Beamtinnen und Beamten, Richterinnen und Richter sowie Soldatinnen und Soldaten - ohne Beurlaubte - in den Gebietskörperschaften (Bund, Länder und Gemeinden) von 666 300 auf rund 1,5 Mio. erhöht. Dies entspricht einem Zuwachs von insgesamt 138 % (siehe Übersicht 2 und Abb. 2).
Einschließlich der Beurlaubten waren 2002 knapp 1,6 Mio. Beamtinnen und Beamte, Richterinnen und Richter sowie Soldatinnen und Soldaten mit Versorgungsanwartschaft bei den Gebietskörperschaften beschäftigt. Davon entfielen 189 100 auf den Bund (11,9 %), 1,2 Mio. auf die Länder (76,7 %) sowie 181 500 auf die Gemeinden (11,4 %).

(Grafik Seite 47)

Übersicht 2:
Entwicklung der Zahl der Beamtinnen und Beamten, Richterinnen und Richter sowie Berufssoldatinnen und Berufssoldaten (ohne Beurlaubte) der Gebietskörperschaften und der übrigen Bereiche von 1960 bis 30. Juni 2002

(Tabelle Seite 47)

Der überwiegende Teil des Personalzuwachses der Gebietskörperschaften fällt in den Bereich der Länder. Dies ist in erster Linie auf den Aufgabenzuwachs des öffentlichen Dienstes in den 60er und 70er Jahren im Kultus- und Sicherheitsbereich zurückzuführen. Daneben spielt auch eine Rolle, dass der Anteil der Teilzeitbeschäftigungen auf Grund der gestiegenen Frauenquote insbesondere in den Ländern angestiegen ist. So ist dort die Zahl der Beamtinnen und Beamten zwischen 1960 und 1999 um 703 400 oder rund 154 % überdurchschnittlich gestiegen, wobei dies weitgehend aus den Jahren vor 1985 - mit Schwerpunkt in den 70er Jahren - resultiert. Zusätzlich gab es in den Jahren 1992 und 1993 einen überdurchschnittlichen Zuwachs auf Grund des vereinigungsbedingt erweiterten Tätigkeitsgebiets und zwischen 1991 und 1997 einen Zuwachs durch die Zunahme der Zahl der Beamten in den neuen Bundesländern. Von 1999 bis 2001 ist die Zahl der Beamtinnen und Beamten um rund 6 600
zurückgegangen. Dies dürfte auf den Ankündigungseffekt der Einführung der Versorgungsabschläge zurück zu führen sein, der zu einem vorübergehenden Anstieg der Frühpensionierungen geführt hat. Der erneute Anstieg des Personals um 9 900 im Jahr 2002 ist u.a. auf den Ausbau des Sicherheitsbereichs zur Bekämpfung des Terrorismus im Zusammenhang mit den Ereignissen des 11. September 2001 zurück zu führen.

Von den Beamtinnen und Beamten der ehemaligen Bundesbahn waren 2002 noch rund 61 300 Beamte1 aktiv. Von 1960 bis 2002 hat sich die Gesamtzahl der Beamtinnen und Beamten – ohne Beurlaubte – von 230 300 auf rund 58 700 verringert. Bei der ehemaligen Deutschen Bundespost waren Mitte 2002 noch 160 200 Beamtinnen und Beamte2 aktiv. Von 1960 bis 1990 hat sich deren Zahl – ohne Beurlaubte – von 216 800 um rund 41,4 % auf 306 600 erhöht. In den darauf folgenden Jahren – insbesondere seit 1995 – kam es jedoch im Zusammenhang mit der Privatisierung und der damit einhergehenden Vorruhestandsregelung zu einer umfangreichen Reduzierung auf 129 00 Beamtinnen und Beamte in 2002. Dies entspricht seit 1995 einem Abbau von 140 900 (- 52 %) Stellen. Im mittelbaren öffentlichen Dienst waren im Jahr 2002 rund 58 500 Beamtinnen und Beamte – ohne Beurlaubte – beschäftigt. Damit hat sich deren Zahl seit 1960 fast verfünffacht (siehe Übersicht 2).

Zusatzversorgung
Siehe Teil A, Kapitel II, Unterabschnitt 7.1.

Die künftige Entwicklung der Ausgaben der Zusatzversorgung wird neben dem Niveau der einzelnen Leistungen maßgeblich bestimmt von der zahlenmäßigen Entwicklung des Aktivpersonals (Pflichtversicherte).

Die Gesamtzahl der Pflichtversicherten bei der VBL und AKA hat sich von 1 623 954 im Jahr 1970 um fast 200 % auf 4 822 011 im Jahr 2002 erhöht. Darin enthalten ist die mit der Einführung der Zusatzversorgung im Tarifgebiet Ost im Jahr 1997 verbundene Zunahme um fast 1 Mio. Pflichtversicherte im Abrechnungsverband Ost innerhalb eines Jahres.

1 einschließlich Beurlaubte
2 einschließlich beurlaubte Beamte; Stand 30. Juni 2002

Die Zahl der beitragsfrei Versicherten bei der VBL und AKA ist von 1970 bis 2002 um fast 3,7 Mio. und damit um 761 % angewachsen (siehe Abb. 3).

(Grafik Seite 49)

Im Jahr 2002 betrug das Durchschnittsalter aller Pflichtversicherten bei der VBL 42,7 Jahre und bei der AKA 41,4 Jahre (1999: 41,9 Jahre bei der VBL und 40,2 Jahre bei der AKA). Das Durchschnittsalter aller beitragsfrei Versicherten beträgt 44,9 Jahre (1999: 44,1 Jahre). Im Jahr 2002 war das Durchschnittsalter nahezu aller Personengruppen somit zwischen 0,3 und 1,2 Jahre höher als 1999.

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